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All about Anna

 

Pornografischer Spielfilm

Regie: Jessica Nilsson

Hersteller: Innocent Pictures / Zentropa Productions

Jahr: 2005

Dauer: ca. 91 Minuten

Darsteller: Gry Bay (Dänischer Film- und Musical-Star: "Grease", "West Side Story" etc.) als Anna, Mark Stevens, Eileen Daly, Thomas Raft, Morten Schelbech, Thomas Lundy, Ovidie als "Sophie"

Filmbesprechung von German-Adult-News:

Mit „Neues aus Dänemark“ oder „ein Porno für die Frauen“ könnte man das neuste Werk aus Lars von Triers außergewöhnlicher Schmie- de INNOCENT PICTURES auch ruhigen Gewissens benennen. Aber im Gegensatz zu den guten Vorgängern „Pink Prison“ und „Constance“ weicht „All About Anna“ aber noch um einiges mehr von den gängigen Pornoklischees ab.

Unter Beachtung des selbstauferlegten „Puzzy Power“ Dogmas stellt „All About Anna“ damit auch den Auftakt zu einem neuen Genre dar, das sich „Heartcore“ nennt. Dahinter verbirgt sich weniger ein weiterer Edel-Porno, als vielmehr eine durchaus romantische Geschichte mit einer Prise Humor, Dramatik und überraschend explizitem Sex.

Erzählt wird das Lieben und Leiden von Anna (Gry Bay), die zu Beginn des Films von ihrer großen Liebe Johan (Mark Stevens) schlicht und ergreifend verlassen wird. Er sucht das große Abenteuer, sie die große Liebe...

Mit gebrochenem Herzen konzentriert sich die junge Frau auf ihre Arbeit und flüchtige Affären, stets auf der Hut keine feste Bindung einzugehen und erneut verletzt zu werden. Da kann auch die Beziehung mit Frank (Thomas Raft) nicht drüber hinweg täuschen. Denn trotz einer romantisch heißen Sex-Nummer beim Renovieren der Wohnung, entflieht sie der Beziehung mit Frank. Zu groß ist ihre Angst akzeptieren zu müssen, dass menschliche Beziehungen (selbst die mit den besten Intentionen) risikoreich und schmerzlich sein können.

Ihre Gefühlswelt gerät noch ungleich mehr in Aufruhr, als sich einer der Möbelpacker als ihr ehemaliger Traumann Johan entpuppt. Dies führt zwar zu einer Nummer in der Küche, doch so schnell wie sie sich gefunden haben, verlieren sie sich wieder.

Dies führt die Geschichte weiter zu Annas Untermieterin Camilla (Eillen Daly), die das genaue Gegenteil von Anna ist. Grell, dominant, sex- und spaßliebend verbirgt sich hinter der bröckelnden Fassade doch nur eine Frau, die sich – getrieben von der Angst vorm Älterwerden - mehr nach einer hilfesuchenden Umarmung als nach wildem Sex sehnt. Zu allem Unglück löst auch noch Johann Anna als Mieterin ab und gerät in Camillas Fänge.

Anna ist derweil auf der Flucht vor allem und auf der Suche nach sich selbst, was sie aufgrund eines neuen Jobs nach Paris führt. Dort trifft sie auf den Theaterregisseur Pierre (Morten Schelbech), für den sie Kostüme entwerfen soll, aber auch auf die Theaterschauspielerin Sophie (Ovidie).

Durch Irrungen und Wirrungen findet sie dank Sophies intimer Liebe und Verständnis zu sich selbst, zu dem was sie will und wie sie es erreicht: Ein Happy End mit Johan!

Ob „All About Anna“ nun wirklich die Verwirklichung von Porno-gerechten Frauenträumen ist, entzieht sich mir als Mann leider jeglicher Beurteilung. Dennoch kann man unter Bezug dieses Anspruches und der „Puzzy Power“ Dogmen das Resultat als gelungen bezeichnen. „All About Anna“ bietet dem Zuschauer eine echte und sinnlich inspirierte Story, die wohl eher weiblichen Fantasien entspricht als es bei sonstigen Genre-Produktionen der Fall ist. Das Augenmerk bei den Hardcore-Szenen liegt dementsprechend weniger auf dem eigentlichen Akt, sondern betont viel mehr die damit verbundenen Gefühle und Leidenschaft der Charaktere.

Wenn auch mit einem Hauch zum Kitsch verbunden, ist es Regisseurin Jessica Nilsson in einigen Szenen gelungen eine erotische Spannung aufzubauen und diese auch glaubwürdig dem Zuschauer zu vermitteln. Dies hat natürlich entsprechend kurze Hardcore-Szenen zur Folge, was dem erotischen Gehalt des Films aber vielmehr zu Gute kommt, als dem Genuss zu schaden. Gerade diese verhältnismäßige brave Inszenierung und der Verzicht auf die üblichen Sperma-Fluten und Anal-Exzesse, hebt diesen Film wohltuend von den üblichen Gonzo-Materialschlachten ab. Ein Umstand, der nicht nur schön, sondern wichtig ist.

Zudem beweist „All About Anna“´, dass Filme mit derartiger Intention durchaus auch qualitativ immer besser werden. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Umstand, dass seitens der Konzeption der Film weder mit extremen harten, wie mit softeren Sex-Szenen funktionieren würde. Die Mischung erweist sich hier wirklich als der Schlüssel zum Erfolg. Dies täuscht aber auch nicht darüber hinweg, dass es auch noch einige offensichtliche Schwächen zu überwinden gilt, was sich hier auch in zwei Versionen widerspiegelt. Aber sieht man über die unterschiedlichen Auffassungen von Erotik zwischen den Produzenten und der Regisseurin hinweg, bewegt man sich hier schon in der Liga von Arthouse- und Independent- Produktionen und nicht mehr im Pornofilm. Dies spiegelt auch das wunderschön aufgemachte DVD-Pack wieder, welches ein Booklet und drei DVDs umfasst.

Neben all diesen Aspekten überzeugt auch die Musik und die realen Set-Locations. So wurde in Gry Bays Appartment gedreht, was bei der Szene im Wohnzimmer neugierige Nachbarn ans Fenster lockte, sowie neben Kopenhagen auch in Paris.

Dies führt zu den Schauspielern von denen Gry Bay als Anna wohl die eindrucksvollste Leistung abliefert. Bekannt aus dem TV als "Dr. Monika Lindt" ist Gry Bay in den letzten Jahren oftmals unter den „Top 100 sexiest women“ zu finden. Doch Gry ist zudem auch ein anerkannter Musicalstar (West Side Story, Grease). Über den französischen Star Ovidie ist wohl das wichtigste hinlänglich bekannt.

Die Engländerin Eileen Daly (zu sehen in der Rolle der Camilla) zählt zu den Fetisch-Ikonen Englands und ist als Model und Sängerin bekannt. Seit den 90er Jahren arbeitet sie auch als Schauspielerin und neben ihrer Arbeit für REDEMPTION VIDEO setzte sie in „Razor Blade Smile“ als bewaffneter und in Leder gekleideter Vampir einen Trend im Actionfilm, den spätere weibliche Heldinnen in „Matrix“, Blade 2“ und „Underworld“ gerne aufgriffen haben.

Bei den männlichen Schauspielern handelt es sich zumeist um etablierte Film- und Theaterschauspieler.

Regisseurin Jessica Niellson, die hier ihren ersten Erotikfilm ablieferte, wurde schon mit diversen Filmpreisen für ihre anderen Werke ausgezeichnet.

Qualität zahlt sich aus und wenn „All About Anna“ sicherlich nicht der pornografische Film des Jahres ist, so ist er doch zumindest der „erotische Film des Jahres“. Außergewöhnlich gut! (TOM)




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